Beichte
Die Beichte gehört zu den sieben Sakramenten der katholischen Kirche. Sie ist ein heiliges Zeichen (von lat. sacrum signum) und wird auch das Sakrament der Versöhnung, der Buße oder Umkehr genannt.
In der Beichte geht es um das persönliche Bekenntnis der eigenen Schuld, bzw. der Sünden vor Gott und das Geschenk wahrer Vergebung und Versöhnung durch ihn. Dabei nimmt der Priester eine Art Mittler-, bzw. Stellvertreterrolle ein, indem er Gott während der Beichte gewissermaßen sein Ohr leiht und stellvertretend für Gott von den Sünden losspricht.
Die katholische Kirche glaubt: Nur Gott kann die Sünden vergeben und diese Vergebung schenkt er uns persönlich, d.h. im Sakrament der Beichte wird seine Vergebung wirksam und erfahrbar.
Ob ich gute oder schlechte Dinge getan habe, was mich verfolgt oder mir schwer auf dem Herzen liegt – das sieht man mir in der Regel nicht an. Die Beichte bietet mir deshalb immer wieder die Möglichkeit, das echte und manchmal vielleicht vergessene oder verdrängte Bild von mir hervorzuholen und mich ehrlich damit zu konfrontieren. In der Beichte schaue ich in den Spiegel und zwar mit meinem Gewissen.
Das eigene Gewissen und Schuldbewusstsein ist deshalb für die Beichte entscheidend. Es geht eben nicht darum, von anderen irgendeine Schuld „eingeredet“ zu bekommen, sondern im Gegenteil: Ich höre in mich selbst hinein, konfrontiere mich mit meinem echten Bild und in dieser Ehrlichkeit trete ich vor Gott und versuche einen Neuanfang.
Mit uns selbst haben wir oft das allergrößte Verständnis. Es kann aber auch sehr schwer sein, sich vergeben zu lassen. Wer beichtet, kann die Erfahrung machen, wie viel Gott verzeihen kann und wie hart und unerbittlich wir manchmal nicht nur mit anderen, sondern auch mit uns selbst sind. Die Beichte bewahrt uns vor beiden Extremen.
Als Vorbereitung und Voraussetzung für die Beichte können die sogenannten fünf B´s eine Orientierung geben:
- Besinnen (Ich erkenne, dass ich etwas falsch gemacht habe)
- Bereuen (Es tut mir ehrlich leid)
- Bekennen (In der Beichte bekenne ich meine Schuld)
- Bitte um Vergebung (Ich bitte um Vergebung und der Priester vergibt mir im Namen Gottes)
- Bessern (Ich fasse den festen und ehrlichen Vorsatz, mich zu bessern und neu anzufangen. Denn das Wort Buße kommt von Bessern)
Außerdem kann ein Beichtspiegel zur Vorbereitung hilfreich sein (zu finden z.B. im Gotteslob Nr. 599 und verschiedene Vorlagen auch online).
Falls Sie sich unsicher sind oder schon lange nicht mehr gebeichtet haben: So wie Gott freut sich auch der Pfarrer, dass Sie da sind und unterstützt Sie gerne bei Ihrer Beichte so gut er kann.
Ja, auf jeden Fall. Papst Benedikt XVI. hat einmal gesagt: „Wir putzen ja auch unsere Wohnung, unser Zimmer immer wieder, obwohl es immer wieder schmutzig wird, damit wir es sauber haben, sonst sammelt sich der Schmutz an […]. Ähnliches gilt auch für die Seele, für mich selbst. Wenn ich nie beichte, wird die Seele vernachlässigt […].“ Und darum dürfen wir uns regelmäßig daran erinnern, auch in unserem Inneren alles „in Ordnung“ zu halten.
